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Obwohl Bigelf ihre Debüt-EP bereits vor knapp anderthalb Dekaden veröffentlicht haben, sind sie erst jetzt im Begriff, ihren Namen einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Ein Grund dafür ist der Supportslot, den sie für den europäischen Ableger der „Progressive Nation“-Tour (mit Dream Theater und Opeth) ergattern konnten, ein weiterer findet sich mit ihrem neuen Longplayer „Cheat The Gallows“, der so klingt, als sei er kürzlich einer 35 Jahre alten Zeitkapsel entsprungen.
Musikalisch besinnt sich die Band exakt auf jene „goldene Zeit“ des Rock und kreiert eine interessante Mixtur aus dem Sound solcher Bands wie Black Sabbath, Deep Purple, The Beatles, Led Zeppelin, King Crimson und Queen. Schon der fantastische Opener „Gravest Show On Earth“ strotzt nur so vor Zitaten, ohne auch nur eine Sekunde einfallslos oder ausgelutscht zu klingen und hätte mit seinen vielen Ideen und Soundspielereien bestens auf das legendäre „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ der Beatles gepasst. Im folgenden „Blackball“ gibt es dann noch eine ordentliche Portion T-Rex zu hören, während sich die tolle und opulent orchestrierte Single „Money, It’s Pure Evil“ anhört, als hätten Supertramp gemeinsame Sache mit Lenny Kravitz gemacht. Insgesamt fast eine Stunde lang greift das US-Quartett den Sound unzähliger legendärer Rockformationen auf und verquirlt alles zu einer neuen und unheimlich spannenden Melange. Natürlich gibt es einige Kapellen, die sich auf die Hochzeit des Rock beziehen, aber während sich die meisten selbst limitieren, indem sie sich nur an Gruppen orientieren, die stilistisch nicht allzu weit voneinander entfernt liegen, setzen sich Bigelf keinerlei Grenzen und machen damit alles richtig.
„Cheat The Gallows“ ist nicht einfach eine schlichte Retrorock-Platte, sondern hat einen aufgeblasenen und bombastischen Sound, wirkt aber dennoch nicht zu überspitzt, denn während man z.B. bei The Darkness, allen Beteuerungen seitens der Band zum Trotz, immer das Gefühl hatte, die Band selbst nähme sich nicht wirklich ernst, ist das bei Bigelf nicht der Fall. Diese Band steckt ihr ganzes Herzblut in ihre Musik und schreibt haufenweise hervorragende Songs. Die gesamte Scheibe ist eine wahnsinnig tolle Angelegenheit, die jedem unglaublich viel Freude bereiten sollte, der die grossen Rockbands der 70er Jahre verehrt.