GOTHIC METAL HALLELUJA
Seit den frühen 90er-Jahren stehen die Portugiesen von Moonspell im Dienste der Düsterkeit. Die Band um Frontmann Fernando Ribeiro hat sich über die vergangenen drei Dekaden mit über einem Dutzend Veröffentlichungen kontinuierlich in die Herzen aller Liebhaber metallischer Melancholie gespielt. Nun melden sie sich mit dem neuen Longplayer „Far From God“ im Z7 zurück. Das Vorprogramm bestreiten die dänisch/färöischen Prog-Melodic-Death-Metaller Iotunn und die spanischen Atmospheric-Doom-Metaller TodoMal.
Auch nach mehr als drei Jahrzehnten sind Moonspell sowohl was ihre Kreativität als auch ihre Bühnen-Power angeht noch immer eine Macht. Im Juli 2026 haben sie ihre Fans mit dem Monumentalwerk „Far From God“ ein weiteres Mal von ihren einzigartigen Fähigkeiten überzeugt. Moonspell servieren ein Album, das aus fünf Jahren kreativer Suche, Zweifel und letztlicher Selbstfindung entstanden ist. Statt auf Nummer sicher zu gehen, liefern die portugiesischen Dark-Metal-Pioniere ein Werk ab, das wie eine Wiedergeburt wirkt: dunkler, schärfer und noch emotionaler. Anstatt sich modernen Trends anzupassen, setzen Moonspell konsequent auf ihre Identität und Substanz. Inhaltlich bewegt sich „Far From God“ zwischen baudelairescher Lyrik, existenzieller Schuld und Erlösung, christusähnlichen Wiederauferstehungen und der stillen Würde der Kreaturen der Nacht. Vampire, Werwölfe und sakrale Symbolik dienen hier nicht als Realitätsflucht, sondern als Ausdruck echter dunkler Emotionen: ernst, romantisch und ungefiltert. Das Album verzichtet bewusst auf künstlichen Hochglanz zugunsten einer aufrichtigen Fantasie, und findet so zum Goth-Kern zurück. Es knüpft an die dunklere Phase der klassischen Moonspell-Ära an und klingt dennoch kraftvoll und zeitgemäss. „Far From God“ ist keine reine Nostalgie. Es ist ein Statement. Ein Gothic Metal Halleluja. Moonspells „Irreligious“ des 21. Jahrhunderts. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Band weiterhin zu den prägendsten Vertretern ihres Genres gehört und ein Album, das die Szene aus Stillstand und Vorhersehbarkeit befreit.
Iotunn: Die dänisch/färöischen Metaller haben 2024 mit „Kinship“ ein Meisterwerk des Progressive Melodic Death Metal veröffentlicht. Das zweite Album führt die mythologisch geprägte Reise des gefeierten Debüts „Access All Worlds“ weiter und erweitert das Sounduniversum der Band um neue Sphären. Im Januar 2026 folgte mit „Waves Over Copenhell“ das erste Live-Album, das die Intensität und Atmosphäre ihrer Konzerte eindrucksvoll einfängt. Iotunn verbinden wuchtige Riffs mit weitläufigen, atmosphärischen Klanglandschaften und erschaffen kraftvolle, majestätische Songs zwischen Melodie und Härte. Getragen von der markanten Stimme Jón Aldarás entsteht epischer Metal mit Tiefgang und grosser Geste. Diesen Auftritt im Z7 sollte man keinesfalls verpassen.
TodoMal: Düster, melancholisch und von einer fast cineastischen Weite: TodoMal erschaffen Doom Metal, der weit über die Grenzen des Genres hinausblickt. Schwere Riffs treffen auf grosse Melodien, Space Rock, Folk und Prog, während sich die Songs langsam entfalten und ihre ganz eigene Sogwirkung entwickeln. Das aktuelle Album „Graveyards of Joy“ erzählt von Verlust und Einsamkeit, aber auch von Hoffnung und Erlösung – und findet selbst in der Dunkelheit immer wieder Schönheit. Was als spanisches Duo begann, ist inzwischen zu einer fünfköpfigen Live-Band gewachsen. Im Z7 dürfen wir uns auf intensiven, atmosphärischen und tief emotionalen Doom Metal freuen.
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